Name des Begriffes: PTBS

Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)

Traumatische Erlebnisse stellen auch in unserer Gesellschaft keine Seltenheit dar. Viele Menschen machen im Verlauf ihres Lebens derartige Erfahrungen, die mit erheblichen Ängsten und Belastungen einhergehen können. Bestimmte Berufsgruppen sind sogar überdurchschnittlich häufig mit Extremsituationen konfrontiert, die zu erheblichen Folgebeschwerden führen können, wie beispielsweise Polizisten, Rettungssanitäter, Soldaten, Zugführer und Bankangestellte.

Traumata sind Ereignisse von außergewöhnlicher Bedrohung, die bei fast jedem Menschen zu einer tief greifenden Verzweiflung und Erschütterung führen würden und durch einen Zustand von Hilflosigkeit und Ausgeliefert gekennzeichnet sind.

Bei traumatischen Erfahrungen zeigen sich unterschiedlich Formen:

  • Typ -I Traumata sind zeitlich umgrenzte Ereignisse wie zum Beispiel Unfälle, Überfälle oder Naturkatastrophen.
  • Typ II Traumata beziehen sich auf lang anhaltende traumatische Erfahrungen wie zum Beispiel wiederholte körperliche und sexuelle Gewalt, Kriegserlebnisse, Folter, Verfolgungen oder politische Inhaftierungen.

Folgeerscheinungen

Einigen Menschen gelingt im Verlauf die nachhaltige Verarbeitung derartiger Erlebnisse, so dass sie vergleichsweise unbeschadet ihr Leben wiederaufnehmen können. Bei einem Teil der Betroffenen entwickeln sich jedoch chronische Folgeerscheinungen, die häufig erst Monate nach dem traumatischen Ereignis auftreten. Dazu gehören beispielsweise Depressionen, Ängste, chronische Schmerzzustände oder ein Missbrauch von Alkohol bzw. Medikamenten (als Versuche der Selbstheilung). Eine häufige Folgeerkrankung ist die posttraumatische Belastungsstörung, ein komplexes Zusammenspiel sowohl psychischer als auch körperlicher Beschwerden.

 

Merkmale der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS)

Die Diagnose einer PTBS wird gestellt, wenn sich infolge eines Traumas ein Beschwerdekomplex mit folgenden Symptomen ausbildet:

  • Wiedererleben des Traumas

Ein zentrales Merkmal sind sich aufdrängende belastende Gedanken und Erinnerungen an das Trauma, die entweder spontan auftreten oder durch traumaassoziierte Reize (Trigger) ausgelöst werden. Als so genannte Flash-backs werden Erinnerungen beschrieben, die so realistisch erlebt werden, als wenn das Trauma gerade aktuell wieder durchlebt wird. Auch Alpträume (verbunden mit einer oftmals starken Angst vor dem Einschlafen) zählen zu den typischen Formen des Wiedererlebens traumaspezifischer Erinnerungsfragmente.

  • Vermeidungsverhalten

Eine Folge des quälenden Wiedererlebens ist ein häufig generalisiertes Vermeidungsverhalten. Dabei versuchen die Betroffenen zum einen, traumaassoziierte Bilder, Gedanken und Gefühle zu unterdrücken oder Situationen zu vermeiden (zum Beispiel bestimmte Orte), die mit dem Trauma in Verbindung gebracht werden. Trotz der zwar kurzfristig erlebten Entlastung durch das Vermeiden zeigt sich dieses als langfristig zentraler aufrechterhalten der Mechanismus, dem in der Therapie eine besondere Bedeutung zukommt.

  • Übererregung und Emotionale Taubheit

Auf der emotionalen Ebene erleben die Betroffenen häufig ein Gefühl der "inneren Betäubung“ und Teilnahmslosigkeit. Dies ist oftmals an ein „Fremdheitserleben“ in Beziehungen und Kontakten gekoppelt, was soziales Rückzugsverhalten begünstigen kann.

Gleichermaßen leiden die Betroffenen unter verschiedenen Symptomen einer traumabedingten Übererregung. Betroffene berichten dabei über das Gefühl, „ständig unter Strom zu stehen“, sich dauerhaft in einer Art „Hab-Acht Haltung“ zu befinden. Weitere Begleitsymptome können Schlafstörungen, Schreckhaftigkeit, vermehrter Reizbarkeit und Konzentrationsstörungen sein.