Eine zentrale Rolle in der Therapie spielt die Begleitung der individuellen Entwicklung durch die Bezugstherapeutin bzw. den Bezugstherapeuten, welche als Kinder- und Jugendpsychotherapeutin bzw. -psychotherapeut spezifische und altersadäquate Methoden der Psychotherapie etwa auf tiefenpsychologischer oder verhaltenstherapeutischer Grundlage anwendet. Ein Ziel der Behandlung ist es, dem Kind bzw. der oder dem Jugendlichen die Erfahrung sicherer, haltgebender Bindung zu ermöglichen (Reparenting, haltgebender Beziehungsgestaltung), was für viele bindungstraumatisierte Kinder und Jugendliche oft eine hohe Herausforderung darstellt, da sie bei großer Sehnsucht nach Bindung ein desorganisiertes Muster, das von Misstrauen in Erwachsene geprägt ist, zeigen.

Zur Einzeltherapie gehören nicht nur Einzelgespräche, sondern die gesamte sogenannte Einzelfallführung, eine Aufgabe von hoher Verantwortung für Bezugstherapeutinnen und Bezugstherapeuten und das gesamte Behandlungsteam.

Einzelfallführung heißt:

  • das psychosomatische Interview (Erstgespräch) bei dem Bezugstherapeuten / der Bezugstherapeutin
  • Einsichtnahme bzw. Beschaffung aller Vorbefunde
  • Diagnostische Fragebögen und Testdiagnostik
  • die internistische bzw. pädiatrische Anamneseerhebung und Aufnahmeuntersuchung durch die medizinische Abteilung.
  • Visiten durch leitende Ärztinnen und Ärzte sowie leitende Psychologinnen und Psychologen
  • in der Teamkonferenz und Fallbesprechung werden alle verfügbaren Aspekte zusammengetragen, sodass die aktuellen therapeutischen Notwendigkeiten und die sinnvollen Therapieziele jeweils in psychischer, somatischer und psychosozialer Dimension erkennbar werden
  • die Einzeltherapie bei dem Bezugstherapeuten bzw. der Bezugstherapeutin. Hierbei besteht Möglichkeit, außerhalb der feststehenden Einzeltherapietermine täglich Einzelgespräche in Anspruch zu nehmen, da hierzu Therapeutinnen und Therapeuten für diesen Bedarf zur Verfügung stehen.

In regelmäßigen psychotherapeutischen Einzelgesprächen mit dem fallführenden Therapeuten (sowie zusätzliche Einzelgespräche beim Chefarzt/Chefärztin, Oberarzt/Oberärztin) wird die individuelle Problematik des Patienten / der Patientin altersentsprechend thematisiert und bearbeitet. Dabei liegt vor dem Hintergrund eines evidenzbasierten und lösungsorientierten Vorgehens der Schwerpunkt auf psychoedukativen und verhaltenstherapeutischen Konzepten, in die familientherapeutische und tiefenpsychologische Ansätze integriert werden.

Die Einzelfallführung begleitet den gesamten Aufenthalt unserer Patientinnen und Patienten, gestützt auf die Therapeuten- und Oberarztvisiten, Chefarztvisiten, Einzelgespräche, Teamkonferenzen, interne und externe Supervision sowie angemessene Dokumentation. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass die Bezugstherapeutin bzw. der Bezugstherapeut sowie das Behandlungsteam jederzeit den Stand des therapeutischen Prozesses kennen.